Natursteinoberflächen

Eine Zusammenstellung üblicher Oberflächen für Naturwerksteine:

 

Chemisch angeätzte Oberfläche: Natursteinoberflächen werden im Herstellwerk oder im bereits eingebauten Zustand mittels chemischen Substanzen angeätzt. Durch diesen Vorgang kann die Rutschsicherheit auch nachträglich verbessert werden, allerdings kann es zu optischen Beeinträchtigungen in Form von Verfärbungen kommen. Typische Anwendungen: Bodenplatten, Bodenfliesen.

 

Gebürstete Oberfläche: Das Bürsten der Natursteinoberfläche erfolgt in der Regel nach dem Beflammen oder Sandstrahlen der Fläche. Die durch die Vorbehandlung aufgeraute Oberfläche erscheint durch das Bürsten zwar weiterhin rau, allerdings deutlich weicher.

 

Gebrochene Oberfläche: Das Gestein wird gebrochen, wodurch die Oberfläche rau und uneben wird. Die natürliche Färbung des Gesteins bleibt dabei erhalten. Typische Anwendungen: Natursteinmauerwerk, Palisaden und Kantensteine, selten im Bodenbereich.

 

Geflammte Oberfläche: Die Oberfläche von quarzhaltigen Gesteinen wird mit einem Brenngerät unter großer Hitze beflammt. Dadurch lösen sich oberflächennahe Partikel des Gesteins, was zu größerer Rauigkeit und gleichzeitig zu einer gleichmäßigen Struktur führt. Typische Anwendungen: Bodenbelag im Außenbereich.

 

Geriffelte Oberfläche: Durch die Bearbeitung mit einem Riffelhammer erhält der Naturstein eine gerichtete streifige Struktur. Der Hammer besitzt mehrere parallele Metallschneiden. Diese Oberflächenbearbeitung wird nur auf massive Werkstücke angewendet, da z.B. bei Platten das Bruchrisiko zu hoch ist.

 

Geschliffene Oberfläche: Der Grad des Schleifvorgangs wird mit C30 bis C800 angegeben. C800 beschreibt eine fast schon polierte Oberfläche, während es sich bei C30 um einen sehr groben Schliff mit deutlichen Schleif- und Sägespuren auf der Gesteinsoberfläche handelt. Hier sind die gesteinseigenen Texturen und Farbtöne kaum noch zu erkennen. Geschliffene Oberflächen können jederzeit nachgearbeitet werden, auch im eingebauten Zustand.

 

Gestockte Oberfläche: Die Steinoberfläche ist mit Hilfe eines Stockhammers, einem Werkzeug mit pyramidenförmigen Zähnen, mechanisch aufgeraut. Die Optik wirkt „gepunktet“ mit kleinen regelmäßigen Dellen in der Oberfläche. Typische Anwendung: Bodenbeläge im Außenbereich.

 

Getrommelte Oberfläche: Auf Maß gesägte Natursteinplatten werden zusammen mit Quarz und Wasser in einen rotierenden Freifallmischer gegeben. Die Platten stoßen gegeneinander, Kanten werden abgeschlagen und die Oberflächen angeraut. Insgesamt erhalten die Platten ein „antikes“ Aussehen mit gerundeten Kanten. Typische Anwendung: Bodenbeläge

 

Grob behauene Oberfläche: Weiterbearbeitung einer gebrochenen Natursteinoberfläche. Das Gestein wird mit Hammer und Meißel grob geglättet. Typische Anwendungen: Kantensteine, Palisaden.

 

Polierte Oberfläche: Das Gestein wird poliert und wird dadurch glänzend in der Oberfläche. Gesteinsfarben und Kontraste treten stärker hervor, allerdings ist eine polierte Oberfläche auch glatt und rutschig. Typische Anwendungen: im Innenbereich.

 

Sandgestrahlte Oberfläche: Das Gestein wird mit unterschiedlichem Strahldruck und Strahlgut beschossen, so dass grobe bis sehr feine aufgeraute Oberflächen entstehen. Sandgestrahlte Oberflächen sind rutschhemmend und leicht zu reinigen. Typische Anwendungen: Sanitärbereiche,  dekorative Anwendungen wie Schriftzüge etc.

 

Spaltraue Oberfläche: Der Gesteinsblock wird maschinell gespalten, was zu unebenen und natürlichen Oberflächen führt. Je nach Gestein variiert der Grad der Unebenheit. Typische Anwendungen: Bodenbeläge, Fassadenbekleidungen, Natursteinmauerwerk.

 

Weiterführende Informationen:610 | Naturstein-Plattenbeläge ►612 | Pflasterbeläge