Unterdecke

Im Gegensatz zu einer Deckenbekleidung wird eine Unterdecke mit ihrer Unterkonstruktion nicht unmittelbar an der darüber liegenden (Roh-)decke befestigt, sondern an einzelnen Punkten abgehängt oder zum Teil auch freispannend von Wand zu Wand ausgeführt. Aufgaben einer Unterdecke können z.B. sein:

 

  • Brandschutz (Ertüchtigung der Feuerwiderstandsfähigkeit der darüber liegenden Decke)
  • Schallschutz (Verbesserung des Schallschutzes zum darüber liegenden Geschoss)
  • Akustik (Verbesserung der Nachhallzeiten im darunter liegenden Raum)
  • Installationsebene (Nutzung des Deckenhohlraumes für technische Installationen aller Art)
  • Gestaltung (optische Verkleidung der Rohdecke, erweiterte Möglichkeiten zur Raumgestaltung durch die Deckenbekleidung, gezielte Verringerung der lichten Raumhöhe)

 

In der DIN EN 13964 sind (nicht abschließend) Beispiele für Unterdeckensysteme mit dick- oder dünnwandigen Decklagenbauteilen aufgeführt. Dickwandige Decklagen können z.B. aus Holzwerkstoffen oder Mineralstoffen bestehen, dünnwandige Decklagen, z.B. aus gekanteten Blechen oder Streckmetallen. Dabei ergibt sich folgende Systematik:

 

Unterdecken-System Beschreibung Material der Decklage

Unterdecke mit an der Unterkonstruktion befestigten Decklagenbauteilen

Befestigung der Decklagenbauteile an der verdeckten Unterkonstruktion mittels geeigneter Verbindungsmittel, z.B. Schrauben. Stifte, Krallen oder Verklebung

dickwandig, z.B. Holzwerkstoff oder Mineralstoff

Einlege-Unterdeckensystem

System, bei dem die Decklagenbauteile lose auf die Unterkonstruktion aufgelegt werden, die dabei von unten sichtbar, teilweise verdeckt oder ganz verdeckt ist

dickwandig, z.B. Holzwerkstoff oder Mineralstoff oder dünnwandig, z.B. gekantetes Blech, Streckmetall
Einlege-Unterdeckensystem mit Stufenfalz

Wie vor, jedoch mit einer Kantenausbildung der Decklagenbauteile als Stufenfalz

dickwandig, z.B. Holzwerkstoff oder Mineralstoff oder dünnwandig, z.B. gekantetes Blech, Streckmetall
Klemm-Unterdeckensystem

Die Decklagenbauteile werden von unten in verdeckte Klemmprofile eingeschoben

dünnwandig, z.B. gekantetes Blech, Streckmetall

Einhänge-Unterdeckensystem Die Decklagenbauteile werden in eine verdeckte Unterkonstruktion eingehängt dünnwandig, z.B. gekantetes Blech, Streckmetall
Paneel-Unterdeckensystem Längliche liegende Decklagenbauteile, die an einer Unterkonstruktion befestigt sind, teilweise mit Abstand zueinander dickwandig, z.B. Holzwerkstoff oder dünnwandig, z.B. gekantetes Blech, Streckmetall
Lamellendecke Längliche stehende Decklagenbauteile, die mit Abstand zueinander an einer Unterkonstruktion befestigt sind dickwandig, z.B. Holzwerkstoff oder Mineralstoff oder dünnwandig, z.B. gekantetes Blech, Streckmetall
Waben- und Gitterdecke stehende und sich kreuzende Decklagenbauteile, die einen gitter- oder wabenförmigen Rost bilden dickwandig, z.B. Holzwerkstoff oder dünnwandig, z.B. gekantetes Blech

 

Decklagenbauteile mit Heiz-/ Kühlfunktion sind nicht gesondert in DIN EN 13964 beschrieben. Auch z.B. die erst seit relativ kurzer Zeit auf dem Markt befindlichen Metall-Designdecken sind nicht durch DIN EN 13964 geregelt.

 

Weiterführende Informationen: ► 430 | Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken► 432 | Holz-Deckenbekleidungen und Unterdecken, ► 433 | Metall-Unterdecken