Bild des Benutzers Anger Groh Architekten (Architekt/in)
Fr., 13.05.2016 - 11:52
Status: Veröffentlicht
Antwort

Hallo,

 

nach meinem Kenntnisstand ist dieser (wichtige) Punkt leider nicht eindeutig gesetzlich geregelt. Das VG München kommt in einem Urteil vom 29. Juli 2013 zu dem Ergebnis: "Oberer Bezugspunkt für die Bestimmung der Wandhöhe ist (...) die Oberkante der Terrassenumwehrung." (Quelle: https://openjur.de/u/662170.html).

 

Zwei Jahre früher kam das VG Frankfurt zum Ergebnis: "Ein transparentes Geländer lässt die abstandsflächenrechtlichen Schutzziele unberührt." (Quelle: http://www.wkdis.de/aktuelles/oeffentliche-institutionen/229998/transparente-umwehrungen-sind-abstandsflaechenrechtlich-nicht-relevant)

 

Auch wenn sich beide Urteile natürlich auch auf verschiedene Landesbauordnungen beziehen, ist dieser Sachverhalt wohl in keiner Landesbauordnung eindeutig geregelt. Die Antwort auf Ihre Frage hängt daher auch von den diesbezüglichen Gerichtsentscheidungen in dem Bundesland ab, in dem das Bauvorhaben geplant ist.

 

Insbesondere für Bayern würde ich jedoch, entsprechend dem Urteil des Münchner Gerichts, davon ausgehen, dass auch bei einem Geländer aus Glas oder Stabstahl dessen Oberkante das abstandsflächenrelevante Maß darstellt.

 

VG