Bild des Benutzers Anger Groh Architekten (Architekt/in)
Mo., 29.02.2016 - 11:42
Status: Veröffentlicht
Eigenleistungen bei einem Bauvorhaben (Einfamilienhaus)

Für den Planer/ Bauleiter ist auf alle Fälle eine klare Abgrenzung der Zuständigkeit/ Verantwortung wichtig, umso mehr, wenn der Bauherr nicht nur Leistungen selbst ausführen möchte, die zeitlich nach Abschluss der durch Fachfirmen erbrachten Leistungen ausgeführt werden können (üblicherweise die Bodenbelags- und Malerarbeiten), sondern auch Leistungen erbringt, die parallel zu den Fachfirmen erbracht werden müssen, wie hier die Sanitärinstallation, also vor der eigentlichen Übergabe des Gebäudes an den Bauherrn.

 

Dies hat z.B. Auswirkungen auf die Baustellensicherheit: Die diesbezügliche Verantwortung und Haftung müßte unbedingt geklärt werden, wenn der Bauherr parallel zu anderen Firmen auf der Baustelle mitarbeitet. Sonst haftet der zuständige Bauleiter mit für durch den Bauherrn verursachte Schäden oder Mängel.

 

Und auch die Gewährleistungsschnittstellen zu anderen Gewerken müssen besonders sauber definiert sein. Unter Umständen erfordert dies erheblich mehr Teilabnahmen von Leistungen anderer Gewerke, jeweils vor der Erbringung von Leistungen durch den Bauherrn, und bedeutet so auch für den Bauleiter einen zusätzlichen Aufwand.

 

Und nicht zuletzt sollte sich der Bauherr darüber bewußt sein, dass sich von ihm eingebrachte Eigenleistungen in der Regel für die Immobilie wertmindernd auswirken. In einem mir bekannten Streitfall, mit umfangreichen Eigenleistungen des Bauherrn, ging das so weit, dass Gutachter und Gericht nur noch den Rohbauwert des bezugsfertig hergestellten Hauses als Sachwert anerkannten.