Fachanwalt, Facharzt... Facharchitekt?

Wenn man sich das enorme Wisen vor Augen führt, das ein Architekt benötigt, um seine Arbeit fehlerfrei zu erledigen, stelle ich mir manchmal die Frage, warum es unter Architekten eigentliche keine einzelnen fachrichtungen gibt, abgesehen von der doch sehr groben Einteilung in Hochbauarchitekten, Innenarchitekten und Landschaftsarchitekten...

 

Wäre es nicht für Architekten auch wünschenswert, ähnlich zu Fachanwälten und Fachärzten, einen kleineren Wissensbereich abzudecken und den dafür umso kompetenter?

 

 

Bild des Benutzers Anger Groh Architekten (Architekt/in)
Mo., 02.05.2016 - 15:02
Status: Veröffentlicht
Fachanwalt, Facharzt... Facharchitekt?

Ich denke auch, dass das Problem ist, dass es bei Architekten keine klaren Abgrenzungen in der Qualifikation geben kann, z.B. durch die angesprochenen Gebäudenutzungen, die praktisch unendlich erweiter- und mischbar sind.

 

Auch das Prinzip der Bauvorlageberechtigung macht die allgemeingültige, eindeutige und geschützte Berufsbezeichnung "Architekt" erforderlich.

 

Die Idee eines "Facharchitekten" (m/w) scheitert demnach an den nicht definierten "Fachgebieten"... ;)

Do., 28.04.2016 - 15:46
Status: Veröffentlicht
Antwort

Die Idee ist interessant, auch wenn ich nicht wüßte, wie man das bei Architekten, ähnlich zu Anwälten oder Ärzten, auftrennen könnte.

 

Fachliche Spezialisierungen im Sinne von "WohnhausarchitektIn", "IndustriebauarchitektIn", "KrankenhausarchitektIn" etc. gibt es in der Realität ja schon ein Stück weit, wenn auch nicht als offizielle Berufsbezeichnung. Kaum ein Architekt würde sich selbst wohl zutrauen, kompetent für wirklich jede Planungsaufgabe zu sein. Ich glaube aber, dass der Anteil des "allgemeinen Grundwissens", das jeder Architekt kennen sollte, höher ist als bei Fachanwälten oder -ärzten. Und das spezifische Wissen für "Wohnhaus", "Industriebau" oder "Krankenhaus" ist dann nur noch ein relativ geringer Anteil.

 

Bei Anwälten und Ärzten gibt es auch eine eng begrenzte und klar definierte Menge an möglichen Fachqualifikationen. Aber wie sollte das bei Architekten praktisch funktionieren? Und dürfte dann ein "Wohnhausarchitekt" kein Bürogebäude mehr planen? Und was ist bei einem kombinierten Wohn- und Gewerbebau? ;-)