Fachwissen zu diesem Thema

Mehr über Naturstein-Plattenbeläge im Außenbereich

Diese bauwion-Wissensseite behandelt besonders gängige Natursteine für den Außenbereich. Grundsätzlich gibt es noch weitaus mehr Natursteine, die aufgrund ihrer Entstehung und Zusammensetzung für den Außenbereich geeignet sind, d.h. frostbeständig und ausreichend wetterfest sind.

Hinweise zur Planung

Material: Über die gestalterischen Eigenschaften (Farbe, Format und Verlegemuster) hinaus muss auch die Qualität des gewählten Natursteins und die Verlege-Bauweise für die individuelle Situation geeignet sein.

Eine Frostbeständigkeit ist für die Verwendung eines Natursteines im Außenbereich in unseren Breiten grundsätzlich erforderlich. Wetterfestigkeit und Tausalzbeständigkeit sind je nach Beanspruchung und Lage mit zu berücksichtigen. Ebenso muss die Biegefestigkeit bzw. Bruchfestigkeit des Materials in Abhängigkeit von der Formatgröße und der Plattendicke für die zu erwartende Belastung geeignet sein.

Hinzu kommen Abriebbeständigkeit, Gleit- und Rutschwiderstand durch die Oberflächengestaltung, Wasseraufnahme und Porosität.

Die Möglichkeiten einer Oberflächenbehandlung und der Reinigungs- und Pflegeaufwand des jeweiligen Natursteinmaterials sollten vor der endgültigen Entscheidung mit dem Auftraggeber besprochen werden. Der jeweilige Hersteller sollte in die Beratung mit einbezogen werden, da die Gesteinseigenschaften auch innerhalb einer Natursteinfamilie stark variieren können.

Handelsbezeichnungen: Handelsbezeichnungen von Natursteinen können irreführend sein. So sind z.B. „Jura-Marmor“ und „Belgisch-Granit“ jeweils Kalkstein-Sorten und „Caribbean Blue“ wird in Skandinavien abgebaut. Die europäischen Normen DIN EN 12440 und DIN EN 12670 bilden die Grundlage für eine einheitliche Terminologie und für verlässliche Informationen bei der Natursteinwahl. Neben den Handelsnamen sind daher in Ausschreibungen stets weitere Definitionen mit anzugeben:

  • Wissenschaftliche Gesteinsbezeichnung (petrographische Familie),

  • petrographischer Name,

  • geologisches Zeitalter,

  • geographisches Abbaugebiet,

  • Gesteinsfarbe,

  • Eigenschaften und Bearbeitung des Gesteins.

Größen und Formate: Hersteller von Natursteinplatten geben ihre Produkte grundsätzlich in Nennmaßen an. Das tatsächliche Ist-Maß einer Platten darf in festgelegten Toleranzen von diesen Maßen abweichen. Platten mit gesägten Kanten müssen dabei grundsätzlich maßhaltiger sein, als Platten mit gespaltenen und gespitzten Kanten. Die jeweiligen Grenzabmaße sind in DIN EN 1341 festgelegt. Im Handel werden folgende Plattentypen unterschieden:

  • Formatplatten nennt man quadratische oder rechteckige Plattenformate mit definierten Maßen. Sie werden aus Blöcken geschnitten und sind deshalb sehr maßhaltig. Die meisten handelsüblichen Bodenfliesen haben Formate, denen das 10cm–Raster zugrunde liegt. Häufige Plattenformate sind 60 x 40 cm oder 40 x 40 cm bei einer Plattenstärke von 3 cm.
  • Bahnenplatten sind rechteckige Plattenformate, die bei gleichen Breiten und Plattendicken unterschiedliche Längen aufweisen. Sie werden insbesondere für größere Flächen verwendet. Durch die Verlegung in Bahnen wird eine interessante Optik erzeugt. Unterschiedliche Farben können die Fläche zudem lebhafter gestalten.
  • Polygonalplatten nennt man vieleckige Bruch- und Verschnittplatten, die bei der Produktion von Formatplatten anfallen. Meist werden sie im Außenbereich verwendet, beispielsweise als Terrassenbelag oder zur Gestaltung eines Gartenweges. Bei der Verlegung müssen diese Platten vor Ort verarbeitet werden, um ein ansprechendes aber unregelmäßiges Fugenbild zu gestalten. Die Platten können sowohl in gebundener als auch in ungebundener Bauweise verlegt werden. Sie werden in verschiedenen Größen angeboten.
  • Trittsteine/ -platten sind einzeln erhältliche unregelmäßig runde Bodenplatten für Gärten. Sie werden einzeln oder in Abfolgen als Alternative zu einer Wegbefestigung verlegt oder für gestalterische Akzente eingesetzt.

Oberflächen: Böden im Außenbereich benötigen eine gewisse Rauigkeit, um eine Trittsicherheit und Rutschfestigkeit zu fördern. Aus diesem Grund verzichtet man im Allgemeinen auf polierte und geschliffene Oberflächen. Im handwerklichen Sinne kommen verschiedene mit Werkzeugen hergestellte Oberflächen infrage, aber auch andere Verfahren wie Flammen, Lasern, chemische Behandlungen etc.

Gut spaltbare Natursteine werden mit spaltrauen Oberflächen angeboten. Siehe hierzu auch Lexikon-Beitrag ►Natursteinoberflächen.

Bauweisen: Die konkrete Einbausituation ist bei der Entscheidung für ein Verlegesystem immer mit zu berücksichtigen. Dazu zählen die Art und Weise der Beanspruchung, die Nutzung, aber auch die Lage der Bodenfläche. Der Bauherr sollte hinsichtlich der Möglichkeiten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen durch den Planer bzw. den Ausführenden aufgeklärt werden.

Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass in der jeweiligen Bauweise ein Stauen von Nässe ober- und unterhalb des Natursteinbelages vermieden wird. Bei Dachterrassen ist zudem die Flachdachrichtlinie in die Planung mit einzubeziehen.

Es wird unterschieden in eine lose Verlegeweise mit offenen Fugen (ungebundene Bauweise) und in eine feste Verlegeweise mit geschlossenen oder offenen Fugen (gebundene Bauweise). Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Terrassenplatten auf sogenannten Stelzlagern zu verlegen, besonders bei hohen Aufbauhöhen oder unebenen Untergründen:

 

 VorteileNachteile

Ungebundene Bauweise

einfache Bauart, wartungsfreundlich, spannungsfrei, keine Bewegungsfugen notwendig

Reinigung schwierig (Fugenauswaschungen und Fugenbewuchs), Lagestabilität bei hoher Belastung kritisch

Gebundene Bauweise

bei geschlossenen Fugen reinigungsfreundlich, hohe Tragfähigkeit möglich, lagestabil

kostenintensive, aufwendige Bauart, Reparaturen aufwendig und schwierig

Verlegung auf Stelzlagern

schnelle Wasserabführung, einfache Bauart, wartungsfreundlich, keine Kalkausblühungen, auch bei Stauwasser auf der Abdichtung

nur für Flächen geringer Belastung, da Plattenlage instabil, Eignung der Platten für punktuelle Lagerung bzw. Eignung des Untergrunds für punktuelle Belastung nötig, Beschädigungsrisiko der Abdichtungsebene

 

Ungebundene Bauweise: Die ungebundene Bauweise ist die häufigste Verlegeform von Platten und Pflasterungen im Außenbereich. Die Platten werden auf eine etwa 3 bis 5 cm dicke Bettungsschicht (Brechsand-Splitt-Gemisch) gesetzt, darunter befindet sich eine grobkörnigere Tragschicht (Frostschutzschicht) aus einem Brechsand-Schotter-Gemisch. Die Stärke der Tragschicht variiert je nach Belastung und Frostrisiko zwischen etwa 15 und 40 cm. Das darunter liegende Planum, der Untergrund bzw. Unterbau, muss mit einem Gefälle von mind. 2,5 % versehen sein, um Wasser sicher ableiten bzw. einer Drainage zuleiten zu können. Wichtig hierbei ist ein filterstabiler Aufbau nach unten.

Bei Plattenbelägen wird gem. DIN 18318 ein Mindestgefälle von 2,5 % verlangt, bei spaltrauen oder unbearbeiteten Oberflächen mind. 3 %, bei Fahrbahnen mind. 3,5 %.

 Naturstein-Plattenbeläge, ungebundene Bauweise

1 Natursteinplatten

2 Bettung

3 Tragschicht (Frostschutzschicht)

4 Planum (Untergrund bzw. Unterbau)

Bei ungebundener Bauweise ist immer eine stabile Randeinfassung erforderlich, um ein Abrutschen der Platten zu vermeiden. Dies kann mithilfe von speziellen Einfassungssteinen, Bordsteinen oder Pflastersteinen geschehen, die aus dem gleichen Gestein wie die Natursteinplatten erhältlich sind und vor der Plattenverlegung in einem Betonfundament mit Rückenstütze gesetzt werden.

Gebundene Bauweisen: Bei gebundenen Bauweisen sind die Natursteinplatten fest mit der Unterlage verhaftet. Fugen können, müssen aber nicht unbedingt geschlossen sein, eine gebundene Bauweise muss daher nicht immer wasserdicht sein. Gebundene Bauweisen werden in erster Linie auf druckfesten Untergründen aus Estrich oder Beton auf Balkonen, Terrassen oder Dachterrassen eingesetzt. Eine Verlegung im klassischen Mörtelbett ist im Außenbereich nicht zu empfehlen, da das Frostschadensrisiko zu hoch ist.

  • Verlegung auf Einkornmörtel mit Kontaktklebeschicht an der Plattenunterseite: Einkornmörtel (auch Drainagemörtel genannt) befördert (Niederschlags-)Wasser zügig von oben nach unten und verhindert gleichzeitig durch die fehlende Feinkörnung kapillares Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Unterbau der Natursteinfläche. Einkornmörtel enthält neben Bindemittel auf Trassbasis in erster Linie Splitt (Körnung etwa 5/8 mm) und wird meist bauseits mit Wasser angerührt. Durch die grobe Körnung des Drainagemörtels ist die Kontaktfähigkeit mit der Natursteinplatte eingeschränkt, was eine Kontaktklebeschicht an der Plattenunterseite notwendig macht. Fugen können wahlweise offen bleiben.

    Bei Flächen mit längeren Entwässerungsstrecken sollte zusätzlich eine Horizontaldrainage in Form einer unter der Einkornmörtelschicht liegenden Drainagematte eingebaut werden. Sie verbessert die horizontale Wasserableitung, verhindert Pfützenbildung und damit auch das Risiko von Frostschäden in der Mörtelschicht. Durch eine Drainagematte können Einschränkungen in der Belastbarkeit der Fläche entstehen, vor allem bei hohen punktuellen Belastungen.

    Wichtig ist in jedem Fall ein Gefälle des Unterbaus von mindestens 2 %. Neben festen Unterbauten sind auch hoch verdichtete planierte Untergründe möglich. Auch im Plattenbelag sollte ein entsprechendes Gefälle vorhanden sein, um in die Konstruktion eindringendes Niederschlagswasser zu reduzieren.

    Durch Auswaschungen aus dem Fugenmaterial oder der Mörtelschicht kann es zu Ausblühungen auf den Natursteinplatten kommen.

    Naturstein-Plattenbeläge, gebundene Bauweise auf Einkornmörtel

    1 Natursteinplatten

    2 Kontaktklebeschicht

    3 Einkornmörtelschicht

    4 Drainagematte

    5 Abdichtungsebene

    6 (fester) Unterbau

  • Hohlraumfreie Verlegung in speziellen Klebemörteln auf Abdichtung (im Verbund): Hierbei handelt es sich um ein wasserdichtes System, das sowohl von oben über die Fugen und Platten, als auch von unten über eine Abdichtungsebene abgedichtet ist. Im Handel werden Systeme mit aufeinander abgestimmten Komponenten angeboten, deren Erfolg stark von der Qualität des Kleber-Systems und der Qualität der Ausführung abhängt. Deshalb sollte die Ausführung durch einen Fachmann erfolgen, um eine annähernd hohlraumfreie Verlegung zu erreichen. Ausblühungen an der Naturstein-Oberfläche sind bei einem funktionierenden System nicht zu erwarten.

    Kalibrierte Bodenplatten vermindern die Schadensanfälligkeit des Verlegesystems, da die Gefahr des Eindringens von Wasser durch Kantenabrisse im Fugenbereich verringert ist. Genormte Toleranzen sind gerade bei großen Plattenformaten für eine hohlraumfreie Verlegung zu großzügig angelegt. Die hohlraumfreie Verlegung ist im Allgemeinen kostenintensiver als andere Verlegearten.

    Naturstein-Plattenbeläge, gebundene hohlraumfreie Bauweise

    1 Natursteinplatten

    2 Spezieller Klebemörtel

    3 Abdichtungsebene

    4 fester Unterbau

  • Verlegung auf Stelzlager: Bei dieser Verlegeart werden die Platten punktuell auf sogenannte Stelzlager gesetzt, darunter bildet sich oberhalb der Abdichtungsebene ein Hohlraum. Die Stelzlager, in der Regel aus Kunststoff, sind höhenverstellbar, um ein oberflächliches Gefälle der Platten herzustellen und unebene Abdichtungsebenen bzw. Untergründe auszugleichen. Da das Wasser durch die offenen Fugen schnell abgeleitet wird und die Platten je nach Ausgestaltung des Stelzlagers auch von der Unterseite her keiner ständigen Belastung ausgesetzt sind, gibt es hier kaum Feuchteflecken und keine Kalkausblühungen. Die Fugen können offen bleiben.

    Das System ist auch für stehendes Wasser auf der Abdichtungsebene geeignet. Allerdings sollte die Abdichtungsebene immer mit einer Schutzschicht geschützt werden, um Beschädigungen durch die punktuellen Belastungen und zum Teil scharfkantigen Auflager auszuschließen. Ein Nachteil der Lagerung auf Stelzlagern ist eine vergleichsweise instabile Lage, was die Belastbarkeit einschränkt.

    Möglich ist auch eine Verlegung der Platten auf „Mörtelsäckchen“ statt Stelzlagern, die allerdings ein höheres Risiko für Verfärbungen in den Auflagerbereichen mit sich bringen.

    Naturstein-Plattenbeläge, Verlegung auf Stelzlager

    1 Natursteinplatten

    2 höhenverstellbares Stelzlager

    3 Schutzschicht der Abdichtung

    4 Abdichtungsebene

    5 fester Unterbau

Fugen, Kanten und Verlegemuster: Kanten von Natursteinplatten sind in den meisten Fällen gesägt oder bruchrau. Da bruchraue Flächen grundsätzlich weniger eben sind als gesägte, muss man mit größeren Maßabweichungen rechnen und dies in der Fugenbreite entsprechend berücksichtigen, um Zwängungen zu vermeiden. Das tatsächliche Fugenmaß kann immer nur durch Auslegen mehrerer Plattenreihen vor Ort bestimmt werden und vom Verlegeplan abweichen.

Entscheidet man sich für ein gängiges Verlegemuster mit unterschiedlichen Formate (z.B. Römischer Verband, Bahnenverlegung mit unterschiedlichen Längen und Breiten) können die Platten oft in der passenden Zusammenstellung bestellt werden. Grundsätzlich stehen zahlreiche Verlegemuster zur Verfügung, die auch variiert werden können. Siehe hierzu Lexikonbeitrag ►Verlegemuster Bodenfliesen und Bodenplatten.

Bruchlast, Befahrbarkeit: Für den Straßenverkehr sind Natursteinplatten im Allgemeinen nicht geeignet. Hier sind Natursteinbeläge aus Pflastersteinen oder sehr kleinformatige Pflasterplatten vorzuziehen.

Für private Einfahrten können Natursteinplatten eingesetzt werden, wenn die Biegefestigkeit des Natursteins, die Plattendicke und das gewählte Format aufeinander abgestimmt sind und der Untergrund entsprechend tragfähig ist. Hohen Belastungen kann mit einer gebundenen Bauweise, beispielsweise auf einer Betonplatte, leichter begegnet werden als mit einer ungebundenen Bauweise. Allerdings ist hier die Schadensanfälligkeit größer. Prinzipiell gilt: Keine durchgehenden Fugen in Fahrtrichtung.

Zur Ermittlung von erforderlichen Plattendicken wird in DIN EN 1341 ein vereinfachtes Berechnungsverfahren für verschiedene Anwendungsklassen angegeben. Bei sehr hohen Belastungen und starker Frequentierung ist eine ingenieurmäßige Planung sinnvoll.

Rutschhemmung: Für Bodenbeläge ergeben sich, in Abhängigkeit von Einbauort und Nutzung, in vielen Fällen Anforderungen an eine geprüfte und klassifizierte Rutschsicherheit. Für Arbeitsstätten sind diese in der GUV-Regel 181 festgelegt, doch auch in rein privaten Bereichen ist es sinnvoll sich an die Vorgaben zu halten, um Unfälle zu vermeiden.

Im Außenbereich gelten folgende Anforderungen, unabhängig vom Material des Belags:

  • Anforderung mind. R11: Gehwege, Außentreppen, Verkaufs- oder Lagerbereiche im Freien, Eingangsbereiche außen

  • Anforderung mind. R12: Schrägrampen im Außenbereich

Eine Beratung des Bauherrn bei der Wahl des geeigneten Natursteins bzw. der geeigneten Oberflächenbehandlung sollte durch den Planer erfolgen. Grundsätzlich sollten Natursteinböden im Außenbereich nicht poliert werden! Grob bearbeitete und gespaltene Naturstein-Oberflächen sind gemäß DIN EN 1341 grundsätzlich als ausreichend rutschhemmend anzusehen. Aber auch bei rauen rutschsicheren Oberflächen muss davon auszugegangen werden, dass gerade in beregneten Bereichen Wasseransammlungen in Mulden oder Vertiefungen auf der Bodenplatte entstehen, die bei Frost vereisen können. Umso wichtiger ist die Einplanung eines Gefälles von mind. 2,5 %, um Oberflächenwasser schnell ableiten zu können.

Für weitere Informationen s. Lexikonbeitrag ►Rutschhemmung nach GUV-R 181. Bei Natursteinböden ist dabei die Anwendung der V-Klassen (Verdrängungsraum-Klassen) nicht üblich.

Hinweise zur Bauausführung

Abstandhalter: Um die erforderliche Fugenbreite gleichmäßig einzuhalten werden Abstandhalter eingesetzt. Bei Formatplatten, die rechtwinklig zueinander sitzen, sind dies in der Regel Fugenkreuze aus Kunststoff, die nach der Verlegung wieder entfernt werden.

Farbunterschiede: Natursteinplatten sind Naturprodukte. Dementsprechend ist mit Farbnuancen, unterschiedlichen Graden von Bänderungen, Adern und Einschlüssen zu rechnen und diese bis zu einem vertretbaren Maß zu akzeptieren. Um eine harmonische Optik in der Verlegung zu erzielen, ist es sinnvoll die Platten vorher zu sichten und gegebenenfalls zu sortieren. Oftmals ist die gezielte Durchmischung der Farbnuancen bei Naturstein gestalterisch reizvoll.

Bewegungs- und Anschlussfugen: Bewegungsfugen aus Schichten unterhalb des Belages, z.B. aus der darunter liegenden Bodenplatte müssen bei gebundener Bauweise in den Belag übernommen werden, s. auch Lexikonbeitrag ►Bewegungsfugen im Bodenaufbau. Die Fuge wird entweder mit einer geeigneten elastischen Fugendichtungsmasse oder mit einem entsprechenden Profil überdeckt. Gleiches gilt bei Anschlussfugen, z.B. beim Übergang vom Terrassenbelag zur Hauswand.

Gemäß VOB C DIN 18332 gilt für Bewegungs-, Anschlussfugen und Bauwerkstrennfugen im Außenbereich eine Mindestbreite von 8 mm.

Reinigung und Pflege: Im gewerblichen Bereich muss der Hersteller dem Nutzer eine Reinigungsanweisung mitliefern, um die Rutschsicherheit des Bodens nicht durch falsche Reinigungsmethoden oder -mittel zu gefährden. Im privaten Bereich ist der Hersteller dazu nicht verpflichtet. Trotzdem sollte zumindest eine Reinigungsempfehlung ausgehändigt werden, die auf den jeweiligen Naturstein abgestimmt ist. Dieser sollte in jedem Fall Folge geleistet werden, um Fehler zu vermeiden.

So sollten grundsätzlich keine säurehaltigen Reinigungsmittel auf nicht säurefesten Gesteinssorten (z. B. Kalkstein, Marmor) angewendet werden. Alkalische Reiniger sollten nur leicht alkalisch sein (pH-Wert < 10,5), um eine Mattierung von Oberflächen zu vermeiden. Während Alkoholreiniger bei Hartgestein verwendet werden dürfen, können sie bei Weichgestein zum Verblassen und Vergrauen der Oberfläche führen. Grundsätzlich muss auch die Wasserhärte für die richtige Dosierung des empfohlenen Reinigungsmittels berücksichtigt werden.

Die Verwendung von Hochdruckreinigern ist insbesondere bei Weichgestein kritisch, da hier feine Partikel der Oberfläche abgelöst werden, was in der Folge zu noch stärkerer Verschmutzung führt.

Imprägnierung: Während im Außenbereich von schichtbildenden Versiegelungen abzuraten ist (Gefahr von Frostschäden bei Durchfeuchtung), kann die Reinigung der Flächen durch eine Imprägnierung der Naturstein-Oberfläche erleichtert und die Verschmutzung reduziert werden. Durch Nano-Effekte schützt die Imprägnierung insbesondere vor Fleckbildnern, wie Ölen oder Rotwein, stellt aber keinen Schutz gegenüber Säuren (z.B. in Fruchtsäften, Limonaden) dar. Insgesamt wird durch eine Imprägnierung die Anhaftung von Schmutzpartikeln erschwert.

Eine Imprägnierung führt nicht zu optischen Nass-Effekten auf der Naturstein-Oberfläche, Farbtonvertiefungen werden durch sie aber in unterschiedlichem Maße hervorgerufen, was nicht immer erwünscht ist. Auch ein ungleichmäßiger Auftrag des Imprägniermittels kann deshalb insbesondere bei sehr dunklen Steinen zu einer Wolkenbildung führen. Eine Probebehandlung ist daher sinnvoll.

Imprägnierungen dürfen nur auf gereinigte und trockene Oberflächen aufgetragen werden. Da Restfeuchte, z.B. aus der Mörtelverlegung oder der Reinigung, über die imprägnierte Fläche nur in Wasserdampfform entweichen kann, dauert eine spätere Austrocknung sehr lange und kann zu Schäden führen.

Wichtige Anschlussbauteile

·Mörtelschichten und ungebundene Bettungsschichten, Stelzlager

·Entwässerungsrinnen und Dränagesysteme

·Außenwände und -türen

Normen und Literatur

DIN EN 1341 Platten aus Naturstein für Außenbereiche - Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 1341/A20 Platten aus Naturstein für Außenbereiche - Anforderungen und Prüfverfahren; Änderung A20

DIN EN 12058 Natursteinprodukte - Bodenplatten und Stufenbeläge - Anforderungen

DIN EN 12440 Naturstein - Kriterien für die Bezeichnung

DIN EN 12670 Naturstein - Terminologie

DIN 18318 VOB C Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Verkehrswegebauarbeiten - Pflasterdecken und Plattenbeläge in ungebundener Ausführung, Einfassungen

DIN 18332, VOB C Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - NaturwerksteinarbeitenFormularende

ZDB-Merkblätter herausgegeben vom Fachverband Fliesen und Naturstein im Zentralverband Deutsches Baugewerbe e. V. (ZDB):

  • Fachinformation Abläufe und Rinnen, Leitfaden: Hinweise für die Planung und Ausführung von Abläufen und Rinnen in Verbindung mit Abdichtung im Verbund (AIV)

  • Reinigen, Schützen Pflegen, Fliesen und Platten aus Keramik, Naturwerkstein und Betonwerkstein reinigen, schützen und pflegen

  • Außenbeläge, Belagskonstruktionen mit Fliesen und Platten außerhalb von Gebäuden

  • Verbundabdichtungen, Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich

  • Bewegungsfugen, Bewegungsfugen in Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten

  • Außentreppen, Treppen aus keramischen Fliesen und Naturstein im Außenbereich

M FP - Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in ungebundener Ausführung sowie für Einfassungen, FGSV-Nr. 618/1, Herausgeber: Verlag der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen

Arbeitspapier - Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung
[FGSV-Nr. 618/2], Herausgeber: Verlag der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen

Naturstein-Expertengespräche, Reihe der Zeitschrift Naturstein, Herausgeber: Ebner Verlag GmbH & Co KG