Fachwissen zu diesem Thema

Mehr über außenliegende Schornsteinsysteme

Außenschornsteinsysteme sind Baukastensysteme: Aus einer Fülle von Einzel- und Zubehörteilen wird der Schornstein zusammengefügt, in der Regel durch eine Fachfirma. Diese ist auch bei der Wahl des Schornsteinsystems in Bezug auf die gewählte Feuerstätte behilflich und führt ggf. auch die Querschnittsberechnungen nach DIN EN 13384 durch.

Grundsätzlich sollte der Planer die bauaufsichtliche Zulassung bzw. CE-Zertifizierung des in Frage kommenden Systems genau prüfen, um die Kompatibilität zwischen Feuerstätte und Schornstein sicherzustellen.

Im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen auf dem Brennstoffmarkt, aber auch aus technischen Gründen, kann es Sinn machen, sich ein gewisses Maß an Flexibilität zu erhalten: Bei Systemen, die für sämtliche Abgastemperaturen und Betriebsarten gleichermaßen zugelassen sind, ist es in späteren Jahren einfach, die Art der Feuerstätte bzw. den Brennstoff zu wechseln. Allerdings sind diese Systeme in der Regel auch deutlich teurer.

Hinweise zur Planung

Genehmigung: Grundsätzlich ist die Errichtung einer außenliegenden Abgasanlage ein genehmigungs- bzw. anzeigepflichtiges Unterfangen. Vor Erstellung einer Abgasanlage muss dabei in jedem Einzelfall geprüft werden, ob sich aus der jeweiligen Landesbauordnung eine Genehmigungspflicht für den betreffenden Anwendungsfall ergibt. In einigen Bundesländern sind Anlagen in kleinen Dimensionen innerhalb bzw.  außerhalb eines Gebäudes genehmigungs- oder gänzlich verfahrensfrei. In jedem Fall wichtig ist die Absprache schon in der Planungsphase mit dem örtlichen Bezirksschornsteinfegermeister, der die untere Baubehörde vertritt und die Anlage nach Abschluss der Arbeiten und vor der Inbetriebnahme abnehmen muss.

Regelwerke: Für allgemeine Anforderungen in der Planung, wie den Mindestabständen zu brennbaren Bauteilen oder der Lage der Schornsteinmündung über Dach, sind grundsätzlich die Feuerungsverordnung FeuV des jeweiligen Bundeslandes und die Bundesimmissionsschutzverordnung BImSchV zu beachten.

Da es sich bei außenliegenden Schornsteinen in den meisten Fällen um metallische Systemanlagen handelt, werden die Systeme im Allgemeinen gem. DIN EN 1856 oder DIN EN 14989 entwickelt und hergestellt.

Vor Ort ist für den Planer bei der Ausführung der Abgasanlage insbesondere die nationale Ausführungsnorm DIN V 18160-1 von Bedeutung. Trotz ihres Status als Vornorm bildet sie zusammen mit den Beiblättern 1-3 und DIN 18160-60 die Grundlage für die Planung, Ausführung und Abnahme einer Abgasanlage in Deutschland.

Brandschutz/ Abstand zu brennbaren Bauteilen: Abgasanlagen und ihre Einzelteile unterliegen grundsätzlich einer Kennzeichnungspflicht, bei der die Feuerwiderstandsklasse und der jeweilige einzuhaltende Mindestabstand zu brennbaren Teilen auszuweisen ist. Siehe hierzu Lexikonbeiträge Abgasanlage, Kennzeichnung nach DIN V 18160-1 und  Abgasanlage, Rußbrandbeständigkeitsklasse nach DIN V 18160-1.

Für außenliegende Abgasanlagen ohne Schachtummantelung schreibt die MFeuV eigene Sicherheitsabstände zu brennbaren Bauteilen vor:

  • Anlagen bis 400 °C Abgastemperatur bei Nennleistung: Mindestabstand 40 cm.
  • Anlagen bis 300 °C Abgastemperatur bei Nennleistung: Mindestabstand 20 cm. Das kann unterschritten werden, wenn die Abgasleitung in einer Stärke von mind. 2 cm mit nichtbrennbaren Dämmstoffen ummantelt ist: Sicherheitsabstand mind. 5 cm.
  • Anlagen bis 160 °C Abgastemperatur bei Nennleistung: Mindestabstand 5 cm.
  • Bei Durchführung durch Bauteile aus brennbaren Materialien (z.B. Wanddurchführung des Verbindungsstückes durch eine Holzwand): Kein notwendiger Abstand bei Ummantelung des Rohres mit mind. 20 cm Baustoff geringer Wärmeleitfähigkeit. Möglich ist auch der Einbau eines Schutzrohres aus nicht brennbarem Baustoff in mind. 20 cm Entfernung um das Abgasrohr. Diese Abstände können bei Abgastemperaturen bis 160 °C jeweils auf 5 cm reduziert werden.

Detaillierte Angaben bezüglich Abständen zu brennbaren Bauteilen siehe Lexikonbeitrag Abgasanlage, Abstände zu brennbaren Bauteilen gem. MFeuV.

Standsicherheit: Außen an der Wand befestigte Metallschornsteine werden in der Regel über eine Wandkonsole befestigt oder mit einem Sockelelement (z.B. aus Beton) auf den Boden gesetzt. Grundsätzlich muss die Standsicherheit von Abgasanlagen gem. DIN V 18160-1 nachgewiesen werden.

Eine Fundamentierung ist aufgrund des leichten Gewichts der Anlage jedoch in der Regel nicht notwendig.

Die an der Wand befestigte Anlage gilt gem. DIN V 18160-1 als nicht schwingungsanfälliges Bauteil, wenn folgende Bedingungen eingehalten sind:

  • Abstand zum Gebäude: max. 1 m
  • Vertikaler Abstand der Horizontalhalterungen: max. 4 m
  • Freie Höhe über der obersten Horizontalhalterung: max. 3 m

Befestigung Außenschornstein

Sind diese Vorgaben eingehalten, müssen grundsätzlich nur die Verankerungskräfte an der Fassade nachgewiesen werden. Zusätzliche Standsicherheitsnachweise werden nicht gefordert, wenn es sich um eine Systemabgasanlage handelt, die im Rahmen ihrer Zulassung einen Standsicherheitsnachweis erbracht hat. Angaben zu Anschlusskräften für Konsolen / Wandhalterungen oder anderer produktabhängiger statischer Notwendigkeiten können dem Produktprospekt entnommen bzw. beim Hersteller angefragt werden.

Ist die maximale freie Höhe von 3 m nicht einzuhalten, z.B. bei traufseitiger Lage des Schornsteins, muss notfalls mit Seilabspannungen gearbeitet werden. Siehe hierzu auch Lexikonbeitrag ► Schornsteinmündung, Lage über Dach gem. BImSchV

Abstimmung der Anlage auf die Feuerstätte bzw. den Brennstoff: Die Eigenschaften des Schornsteinsystems müssen auf die jeweilige Feuerstätte abgestimmt sein:

  • Rußbrandbeständigkeit: Ein Schornstein für Festbrennstoffe muss rußbrandbeständig sein. Das heißt, dass Rußbrände, verursacht durch trockene Betriebsweise bei hohen Abgastemperaturen, sich nicht über den Schornstein auf das Gebäude ausbreiten können.
  • Feuchteunempfindlichkeit: Bei modernen Feuerstätten mit geringen Abgastemperaturen fällt in der Abgasanlage Kondensat an. Betraf das früher in erster Linie öl- und erdgasbetriebene Brenner, so gilt dies heute auch für viele Festbrennstoff-Feuerstätten (insbes. Pellet-, Hackschnitzel-, aber auch moderne Stückholzöfen). In diesen Fällen muss das Innenrohr des Schornsteins feuchteunempfindlich ausgebildet sein, um einer Versottung vorzubeugen. Edelstahl als Material ist grundsätzlich feuchteunempfindlich.
  • Gasdichtigkeit: Wenn die Abgastemperatur so niedrig ist, dass der natürliche Auftrieb nicht ausreicht um das Abgas über Dach zu führen, wird die Abgasanlage mit Überdruck betrieben, d.h. mit Ventilator oder Gebläse, und muss dabei eine Eignung für Überdruckbetrieb aufweisen. Die geforderte Gasdichtigkeit der Abgasleitung ist erhöht. Sehr viele Außenschornsteinsysteme gibt es vom gleichen Hersteller in den Varianten Unter- und Überdruckbetrieb. Oft unterscheiden sich die Systeme nur durch Einlegen von Dichtlippen, um die Gasdichtigkeit für Überdruckbetrieb herzustellen.
  • W3G-Zertifizierung: Das Kürzel leitet sich aus der Klassifizierung nach Norm für Abgasanlagen ab. Eine W3G-zertifizierte Schornsteinanlage ist für jede Art von Brennstoff und jeden Abgastemperaturbereich zugelassen. „W“ steht für „wet“, feuchte Betriebsweise; „3“ steht für die höchste Korrosionswiderstandsklasse; „G“ steht für Rußbrandbeständigkeit.

Verbrennungsluftzuführung: Soll die Verbrennungsluft für eine Feuerstätte über die außenliegende Schornsteinanlage zugeführt werden (raumluftunabhängiger Betrieb), bieten sich grundsätzlich zwei Varianten an:

  • Verbrennungsluftzuführung über ein Luft-Abgas-System. Die Verbrennungsluft wird über die Schornsteinmündung über ein Doppelrohr angesaugt und konzentrisch um das Abgasrohr nach unten geführt. Ziel ist es hier die Verbrennungsluft durch Entlangführen am heißen Abgasrohr vorzuwärmen und damit Energie einzusparen. Zudem herrschen an der Mündung sowohl für Zuluft als auch Abgas die gleichen Druck- und Windbedingungen, so dass sich Wettereinflüsse gegenseitig ausgleichen.  Siehe hierzu Lexikonbeitrag Luft-Abgas-System, LAS.
  • Verbrennungsluftzuführung über Luftschlitze im unteren Schornsteinbereich im Doppelrohr. Auf diese Weise kann das vertikale Abgasrohr durchgehend gedämmt sein, während die Zuluft unten im Konsolbereich oder im außenliegenden Verbindungsstück über den hier nicht mehr gedämmten Ringspalt zugeführt wird.

Material: Die Materialien außenliegender Schornsteine müssen hohen und schnellen Temperaturschwankungen und unterschiedlichsten Witterungseinflüssen widerstehen. Das vorherrschende Material für Außenwandschornsteine ist deshalb rostfreier Edelstahl. Fast alle Systeme auf dem Markt bestehen zumindest anteilig daraus. Dabei ist darauf zu achten, dass die Rohre aus sog. austenitischen Edelstählen (Bezeichnung V2A oder V4A) bestehen, die im Vergleich zu ferritischen Edelstählen beständiger gegen Korrosion sind und hohen Temperaturen widerstehen.

Innenrohre aus austenitischem Edelstahl werden in der Regel aus Metall der Werkstoff-Nummern 1.4517 oder 1.4404 hergestellt. Zudem sind auch keramische Materialien gebräuchlich, die Abgasgeräusche besser abschirmen. Für niedrige Abgastemperaturen können bei Öl- und Gasbrennern zudem Kunststoffleitungen ohne Rußbrandbeständigkeit verwendet werden, allerdings sind diese bei außenliegenden Abgassystemen eher selten. In diesem Fall spricht man nicht mehr von einem Schornstein, sondern von einer Abgasleitung.

Bei Außenrohren wird hauptsächlich austenitischer Stahl der Werkstoffnummer 1.4301 verwendet. Doch auch verkupferte Rohre oder Rohre aus massivem Kupfer sind auf dem Markt erhältlich.

Zudem gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der Außenoberfläche, da bei vielen Herstellern die Metalloberflächen wahlweise in glänzend oder matt angeboten werden. Ebenso sind Pulverbeschichtungen und Lackierungen in RAL-Tönen möglich.

Reinigungsöffnungen: Reinigungsöffnungen sind in Abgasrohren vorgeschrieben, um Kehrarbeiten und Rohrüberprüfungen zu ermöglichen. Für eine gefahrenfreie Reinigung sollten diese 40 bis 140 cm über einer Standfläche liegen. Zudem ist ein Mindestabstand der Reinigungsöffnung zu brennbaren Bauteilen von 40 cm (ohne Strahlungsschutz) oder 20 cm (mit Strahlungsschutz) einzuhalten.

  • Untere Reinigungsöffnung: Mindestens eine Reinigungsöffnung ist gem. DIN V 18160-1 an der Sohle des vertikalen Schornsteins unterhalb des untersten Feuerstättenanschlusses vorzusehen.
  • Obere Reinigungsöffnung: Sie ist nur notwendig, wenn der Schornstein nicht von der Mündung aus gereinigt werden kann und darf max. 5 m unter der Mündung liegen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auf sie auch verzichtet werden.
  • Reinigungsöffnung bei Schrägführung/Verzug des Schornsteins: Bei Schrägführung > 15°  und bei einem seitlichem Versatz, der größer als der doppelte hydraulische Durchmesser ist, sind im Abstand von max. 1 m zu jeder Knickstelle weitere Öffnungen vorzusehen.
  • Reinigungsöffnung im Verbindungsstück: Mindestens eine Reinigungsöffnung ist vorgeschrieben. Grundsätzlich müssen sich die Öffnungen im Bereich von Umlenkungen > 45° befinden.

Es empfiehlt sich immer die rechtzeitige und individuelle Abstimmung von Zahl und Lage der Öffnungen mit dem örtlichen Schornsteinfeger/Kaminkehrer.

Dachdurchführung: Oft sind Dachdurchführungen unvermeidlich, z.B. bei großem Dachüberstand. In diesem Fall sollte die Lage des Schornsteins beim Neubau frühzeitig auf die Sparrenlage abgestimmt werden, um Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen möglichst ohne Verzug einhalten zu können. Als Horizontalhalterung im Dachstuhlbereich dienen systemeigene Sparrenhalterungen, die gleichzeitig die notwendige Stabilität und die Einhaltung der Mindestabstände zu den Sparren sicherstellen.

Diese Systeme übernehmen auch die Durchführung durch die Dachhaut. In der Regel sind dies Dachdurchführungselemente, die in betreffender Höhe in die Schornsteinanlage eingebaut bzw. über den Schornstein gestülpt und angedichtet werden. Es gibt sie für unterschiedliche Dachneigungen, aber auch für Flachdächer. Angesetzte Bleischürzen ermöglichen durch ihre Biegsamkeit eine gute Anpassung an vorhandene Dachdeckungen bzw. andere Dachoberflächen.

Dachdurchführung Außenkamin

Dachdurchführung mittels Dachdurchführungselement

Schornsteinkopf/-mündung: Die Lage der Schornsteinmündung über Dach ist gesetzlich geregelt, um Gefahren durch schädliche und heiße Abgasemissionen auszuschließen. Siehe hierzu Lexikonbeitrag ►Schornsteinmündung, Lage über Dach gem. BImSchV.

Bei Edelstahl als wasserresistentem Material ist es unerheblich, wenn kleine Mengen Regenwasser in den Kamin gelangen. In jedem Fall, auch bei Festbrennstoffen, sollte ein Kondensatablauf unten im Schornsteinrohr eingebaut sein, um auch geringe Kondensatmengen abzuleiten.

Oft werden konische Mündungsstücke, die den Querschnitt leicht verengen, oben auf das Abgasrohr aufgesetzt. Bei großen Querschnitten, kann zusätzlich eine Regenhaube sinnvoll sein.

Bei LAS verhindert eine speziell auf dieses System ausgelegte Mündung, dass Abgase in die Zuluftöffnungen gelangen. Siehe hierzu Lexikonbeitrag Luft-Abgas-System, LAS.

Kondensatablauf: Wenn bei feuchter Betriebsweise große Kondensatmengen auftreten, werden diese bei Brennwerttechnik über ein Gefälle im Verbindungsstück planmäßig zur Feuerstätte zurückgeleitet und dort (ggf. nach Neutralisation) der Hausentwässerung zugeführt.

Ist dies nicht der Fall, muss im unteren Schornsteinbereich ein Kondensatablauf vorgesehen werden. Dies betrifft auch Schornsteine, die ausschließlich auf trockene Betriebsweise ausgelegt sind. Denn auch durch falsche Bedienung und einlaufendes Regenwasser kann es zum Auftreten von Flüssigkeit im Schornsteinrohr kommen. Allerdings ist hier ein Ablauf direkt ins Freie (zur Versickerung) i.d.R. ausreichend.

Beim Betrieb moderner Feuerstätten mit niedrigen Abgastemperaturen und mit Anfall großer Kondensatmengen ist eine Entsorgung des Kondensats über die Kanalisation mittels Siphon ratsam.

Verbindungs- und Befestigungstechnik: Die Rohrstücke werden untereinander mittels Muffen verbunden. Sicken dienen dabei als Anschlag bzw. zur Einrastung. Die Rohrmuffe des Außenrohrs zeigt bei Doppelrohren immer nach unten, entgegen die Abgasströmung.

Bei geforderter Gasdichtigkeit und niedrigen Abgastemperaturen (z. B. Überdruckbetrieb, LAS) befindet sich bei metallischen Innenrohren in der kastenförmigen Sicke eine Dichtlamelle. Keramische Materialien werden im Allgemeinen verkittet. Außen sorgen zum Teil Klemmbänder für zusätzliche Stabilität, es gibt jedoch auch Systeme ohne Klemmbandmontage.

Da ein Metallschornstein eine hohe thermische Ausdehnung hat, liegt sein Gewicht allein auf der Wandkonsole oder dem Sockel. Die an der Wand befestigten Halteklammern in größerer Höhe lassen eine Längenausdehnung zu und dienen ausschließlich der Horizontalhalterung.

Blitzschutz: Gemäß VDE Richtlinien müssen größere elektrisch leitende Baugruppen am Gebäude mit einem Potentialausgleich versehen werden, wenn sie nicht an eine Blitzschutzanlage des Gebäudes angeschlossen sind. Außenliegende Schornsteine aus Metall fallen unter diese Vorgabe, was bedeutet, dass bei fehlendem Blitzschutzsystem am Gebäude eine Erdung des Schornsteins ausreichend ist. Diese wird durch den Elektriker durchgeführt, oft durch Anschluss der Anlage an Erdungsstäbe oder durch Verbindung mit der Potentialausgleichsschiene. Ist ein Blitzschutzsystem für das Gebäude vorhanden, muss die Schornsteinanlage an dieses angeschlossen werden.

Hinweise zur Bauausführung

Einbau vor Ort: Der Schornstein wird in Einzelteilen auf die Baustelle geliefert und in der Regel von einer örtlichen Fachfirma eingebaut. Das Herstellwerk des Schornsteinsystems liefert hierfür eine Versetzanleitung mit, in der der Auf- und Zusammenbau detailliert beschrieben sind. Die Montage durch eine Fachfirma, z.B. einen Ofenbau- oder Schornsteinbaubetrieb, stellt sicher, dass es bei der Vielzahl an Einzelteilen und der gebotenen Sorgfalt in Bezug auf sicherheitsrelevante Anforderungen nicht zu Fehlern bei der Ausführung kommt.

Einbau in Vollmontage: Wird die Schornsteinanlage geschossweise auf die Baustelle geliefert und mit dem Kran an die Fassade gehoben, sind sämtliche Einzelteile fertig zusammengebaut und bereits in den Elementen enthalten. Vor Ort müssen die Elemente nur noch untereinander verbunden werden. Diese Aufbauvariante bedeutet Zeitersparnis, ist aber bei Außenschornsteinen in kleinen Dimensionen eher selten.

Beschädigte Teile: Am Rand eingedrückte und verbeulte Rohrelemente gelten als beschädigt und dürfen nicht zum Aufbau verwendet werden, da die Dichtigkeit der Rohrverbindung nicht mehr gewährleistet ist. Eine behutsame Handhabung während des Lieferns und des Aufbaus ist daher wichtig. Auch empfiehlt  es sich, beim Kauf auf eine ausreichend stabile Materialstärke von mind. 0,4 mm zu achten.

Abnahme durch den Schornsteinfeger/ Kaminkehrer: Der örtliche Schornsteinfeger/ Kaminkehrer spielt eine zentrale Rolle bei der Planung und Ausführung von Abgasanlagen. Nach Abschluss der Arbeiten und vor der Inbetriebnahme wird die Anlage in Deutschland durch ihn baurechtlich geprüft und abgenommen. Das Anlagenkonzept sollte daher vor Beginn der Arbeiten mit ihm durchgesprochen sein. Auch eine Baubegehung während der Ausführung kann sinnvoll sein.

Wichtige Anschlussbauteile

210 | Dachstuhl aus Holz: Große Dachüberstände müssen in vielen Fällen vom außenliegenden Schornstein durchstoßen werden. Die Sparrenlage ist in die Schornsteinplanung einzubeziehen, damit Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen eingehalten werden und ein Verzug vermieden wird.

120 | Ziegelwand einschalig, 122 | Außenwände aus Kalksandstein, 123 | Außenwände aus Porenbeton, 126 | Außenwände aus Massivholz, 130 | Ziegel-Innenwände, 131 | Kalksandstein-Innenwände: Außenwände dienen als Befestigungsfläche für Außenschornsteine und müssen die notwendige Belastbarkeit aufweisen. Sicherheitsabstände zu brennbaren Wandbauteilen müssen eingehalten sein, insbesondere auch beim Wanddurchbruch des Verbindungsstücks.

Normen und Literatur

DIN EN 1443, Abgasanlagen - Allgemeine Anforderungen

DIN EN 1856-1, Abgasanlagen - Anforderungen an Metall-Abgasanlagen - Teil 1: Bauteile für System-Abgasanlagen

DIN EN 1856-2, Abgasanlagen - Anforderungen an Metall-Abgasanlagen - Teil 2: Innenrohre und Verbindungsstücke aus Metall

DIN EN 1859, Abgasanlagen - Metall-Abgasanlagen - Prüfverfahren

DIN EN 13384-1, Abgasanlagen - Wärme- und strömungstechnische Berechnungsverfahren - Teil 1: Abgasanlagen mit einer Feuerstätte

DIN EN 13384-2, Abgasanlagen - Wärme- und strömungstechnische Berechnungsverfahren - Teil 2: Abgasanlagen mit mehreren Feuerstätten

DIN EN 14989-1, Abgasanlagen - Anforderungen und Prüfverfahren für Metall-Abgasanlagen und materialunabhängige Luftleitungen für raumluftunabhängige Anlagen - Teil 1: Senkrecht angeordnete Luft/Abgas-Aufsätze für Abgasanlagen mit Gasgeräten des Typs C6

DIN EN 14989-2, Abgasanlagen - Anforderungen und Prüfverfahren für Metall-Abgasanlagen und materialunabhängige Luftleitungen für raumluftunabhängige Anlagen - Teil 2: Abgas- und Luftleitungen für raumluftunabhängige Feuerstätten;

DIN EN 15287-1, Abgasanlagen - Planung, Montage und Abnahme von Abgasanlagen - Teil 1: Abgasanlagen für raumluftabhängige Feuerstätten

DIN EN 15287-2, Abgasanlagen - Planung, Montage und Abnahme von Abgasanlagen - Teil 2: Abgasanlagen für raumluftunabhängige Feuerstätten

DIN V 18160-1, Abgasanlagen - Teil 1: Planung und Ausführung

DIN V 18160-1 Beiblatt 1, Abgasanlagen — Teil 1: Planung und Ausführung; Nationale Ergänzung zur Anwendung von Metall-Abgasanlagen nach DIN EN 1856-1, von Innenrohren und Verbindungsstücken nach DIN EN 1856-2, der Zulässigkeit von Werkstoffen und Korrosionswiderstandsklassen

DIN V 18160-1 Beiblatt 2, Abgasanlagen — Teil 1: Planung und Ausführung; Nationale Ergänzung zur Anwendung von Keramik-Innenschalen nach DIN EN 1457, Zuordnung der Kennzeichnungsklassen für Montage-Abgasanlagen

DIN V 18160-1 Beiblatt 3, Abgasanlagen - Teil 1: Planung und Ausführung; Beiblatt 3: Nationale Ergänzung zur Anwendung von System-Abgasanlagen mit Kunststoffinnenrohren nach DIN EN 14471

DIN 18160-60, Abgasanlagen, Teil 60: Nachweise für das Brandverhalten von Abgasanlagen und Bauteilen von Abgasanlagen — Begriffe, Anforderungen und Prüfungen

BImSchV, Bundesimmissionsschutzverordnung

EnEV, Energieeinsparverordnung

MFeuV, Muster-Feuerungsverordnung

Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks